Monday, 20 August 2007

Hochzeiten
Heiraten scheint in Indonesien wahrlich ein Volkssport zu sein. Innerhalb der ersten zwei Wochen haben wir schon zwei Hochzeiten besucht und schon drei weitere Einladungen bekommen!! Jedes Wochenende sind die Strasseneinfahrten mit Strohgiranden beschmueckt auf denen die Namen des frisch vermaehlten Paares steht, diese weist den Gaesten den Weg und informiert die Gemeinde ueber die frohe Botschaft der Vermaehlung.Da nur eine Girlande pro Paar aufgestellt wird, wird hier wirklich gaanz schoen viel geheiratet.Als Gast bekommt man von der eigentlichen Zeremonie nichts mit, diese findet meist im engen Familienkreis bereits eine Woche vor der Feier statt. Vor unserer ersten Einladung, als wir noch gar nicht wussten was bei einer Indonesische Hochzeit so auf uns zu kommt, traditionelle Taenze, stundenlange Ansprachen, wilde Spiele, gaehnende Langeweile oder gar Karaoke singen??!!....war erstmal shoppen angesagt, da keiner von uns Platz fuer schicke, formelle Kleidung in seinem wenigen Gepaeck hatte. Am Abend in jedoch sieht das Auftreten der Gaeste eher simple aus: Zuerst wird sich in ein Kondulenzbuch eingetragen, daraufhin bekommt jeder Gast ein kleines Geschenk als Andenken, dann werden Haende geschuettelt und zwar von unzaehligen Menschen, die alle aufgereiht am Eingang stehen und freundlich laecheln. Weiter gehts mit der Begruessung und Beglueckwuenschung des Brautpaars, wieder werden Haendegeschuettelt und, wie sollte es anders sein Fotos gemacht. Nun faengt die eigentliche Pflicht eines jeden Gastes an, das Essen!! Brav reiht sich jeder am Buefett ein und zwar so oft man moechte. Je nach Vermoegenslage der Familie findet diese “Feier” in einem grossen Hotel oder zu hause statt, wo dann entweder eine Band oder doch die Cousinnen fuer die musikalische Unterhaltung der Gaeste sorgen. Die Aufgabe des Brautpaars ist den ganzen Abend die Gleiche und zwar possieren sie fuer entlose Fotos, entweder in traditioneller Batikkleidung oder in “normalem” Brautkleid. Die Frauen sind extrem geschminkt mit glitzernem Liedschatten, kuenstlichen Wimpern und ganz wichtig weiss geschminkter Haut. Hat sich jeder Gast an den unzaehligen Speisen bedient und im Stehen sein Essen zu sich genommen, werden noch eine Reihe Fotos geschossen und Haende geschuettelt und man macht sich wieder auf den Weg nach hause. Wir waren eher ueberrascht ueber diesen schnellen Ablauf der “Feier” und das das Wort “Wedding-Party” gar nicht passt, denn es hat eindeutig die eigentliche Feierei gefehlt! Die uns bekannten deutschen Hochzeiten sind auf jeden fall viel amuesanter fuer die Gaeste und das Paar!!!


“Hello Mister!! Hello Mister”
..Mit diesem Zuruf, gefolgt von einem freundlichen, schuechternem Winken und kindlichem Gekicher hinter unseren Ruecken, meist von einer Gruppe maennlicher Asiaten,...laufen wir wie Aliens durch die Strassen von Jakarta und erkunden diese riesen Stadt.Von allen Seiten werden wir bestaunt, erstens weil wir zu fuss unterwegs sind und uns den Weg bannen entlang staubiger Randstreifen, durch Reihen von Motorraedern, vorbei an Side-walk-restaurants, Fahrradkonstruktionen die allerlei Plastikartikel anpreisen und Muell- verstopften stinkigen Regenrinnen- Man laeuft hier einfach nicht zu fuss rum. Zweitens weil wir nun mal Kaukasischer Abstammung und deshalb weiss sind, so vier Europaeer verirren sich eben nicht all zu oft in diese Teile Jakartas. Und so werden wir ueberall mit Neugierde, Bewunderung und unglaebigem Kopfschuetteln bestaunt.Leider dauern unsere Erkundungstouren meist nicht lange- Jakarta ist einfach nicht zum Spazieren gehen gemacht, auch sind Buergersteige eher die Seltenheit- schnell stellt man fest, dass man in einer Sackgasse gelandet ist oder die schwuele Hitze, der Smog oder die freundlichen aber sehr aufdringlichen Menschen, die verzweifelt versuchen uns Ihre Waren an zu preisen, werden einfach too much. Ganz mutige Vertreter der “Hello Mister” Fraktion sprechen uns, ihr Kamerahandy zueckend, an mit der freundlichen Bitte ein Foto von uns schiessen zu duerfen. Je nach Art und Weise schaffen wir es dann meist nicht Nein zu sagen und possieren brav...will gar nicht wissen was mit all diesen Bildern passiert...Da wir auch fuer unsere Indonesischen Gastgeber was Besonderes zu sein scheinen, werden wir saemtlichen Kollegen, Verwandten, Klienten und Freunden -kurz- einfach jedem vorgestellt bzw praesentiert. Dieses geschieht wohl auf der einen Seite aus Freundlichkeit gegenueber uns, auf der anderen Seite diehen wir aber auch als Vorzeigeobjekte, und so ist unser neues Hobby Haendeschuetteln geworden!! Haendeschuetteln ist eigentlich schon uebertrieben, es handelt sich dabei eher um eine warm, feuchte, samte Beruehrung zweier Handflaechen! Sich all diese Asiatischen Namen und Gesichter zu merken ist wirklich eine Herrausforderung, meist aber gar nicht noetig, denn es bleibt groesstenteils nur bei dieser einmaligen Vorstellung...es ist schon merkwuerdig, persoenlich fest zu stellen mit welchen Attributen unsere helle Hautfarbe assoziiert wird. Europeaer = helle Haut = spitze Nasen = modernes Leben = Geld = Brot essen :) Lieben Gruss an alle..Katie

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